Kilometergeld in der Steuererklärung geltend machen

Fahren Sie tagtäglich mit Ihrem eigenen Auto zur Arbeit und wieder zurück? Sind Sie als Außendienstmitarbeiter tätig oder machen öfter mit Ihrem privaten Pkw Dienstreisen? In all diesen Fällen haben Sie die Möglichkeit, die entstandenen Kosten von der Steuer abzusetzen. Allerdings gibt es verschiedene Arten, das Kilometergeld in der Steuererklärung geltend zu machen.

Dienstreisen oder Arbeitsweg

  • Das deutsche Steuerrecht unterscheidet bezüglich Kilometergeld zwei Situationen: Sie fahren täglich mit Ihrem privaten Pkw in die Arbeit und auch wieder heim. Oder Sie führen in regelmäßigen Abständen Dienstreisen durch.
  • Während früher beim Arbeitsweg nur der kürzeste Weg akzeptiert wurde, kann seit dem Urteil des Bundesfinanzhofes vom 16.11.2011 (VI R 19/11 und VI R 46/10) nun auch eine längere Strecke angegeben werden. Diese muss aber eine Zeitersparnis bringen bzw. eine bessere Streckenführung sein. Als Begründung für eine umständlichere Strecke werden Ampeln und beispielsweise Stadtfahrten akzeptiert.
  • Eine Angelegenheit wurde jedoch immer noch nicht geändert: Es darf bei Fahrten zur Arbeit nach wie vor nur eine Strecke in der Steuererklärung geltend gemacht werden.
  • Bei den Dienstreisen hingegen darf jeder Kilometer aufgeschrieben werden. Und für jeden dieser Kilometer darf eine Pauschale abgesetzt werden.

 

So setzen Sie das berufliche Kilometergeld ab

  • Fahrten zur Arbeit werden als Werbungskosten definiert. Diese sind dementsprechend in dem Formular Anlage N (Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit) einzutragen.
  • Es gibt in diesem Formular einen eigenen Absatz für Wege zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte. Hier können mehrere Arbeitsstätten angegeben werden und die dazugehörige Kilometerleistung.
  • Ebenfalls müssen zu jeder Arbeitsstätte die Anzahl der gefahrenen Tage eintragen werden. Genauso wichtig sind die Angaben über Ihr Kfz (Kennzeichen und ob es ein privates oder geschäftliches Auto ist).
  • Haben Sie nur einen Arbeitgeber, aber wechselnde Einsatzstellen (zum Beispiel verschiedene Filialen), dann gibt es eine Besonderheit: Jeder Arbeitnehmer darf nur eine regelmäßige Arbeitsstätte haben. Alle übrigen Fahrten von diesem Ort aus dürfen als Dienstreisen angesehen werden. Dies führt zu höheren Werbungskosten. Lassen Sie sich vom Arbeitgeber eine Bestätigung aushändigen, die Sie der Steuererklärung beilegen.
  • Als Kilometergeld für Wege zur Arbeit gelten immer noch 30 Cent pro Kilometer. Zusätzlich müssen Sie die Arbeitstage angeben, an denen Sie gefahren sind. Sie können sich das Nachrechnen jedoch sparen, wenn Sie die vom Finanzamt akzeptierten Pauschalen angeben: Bei einer Fünf-Tage-Woche sind dies 230 Tage pro Jahr und bei einer Sechs-Tage-Woche 280 Tage im Jahr.
  • Im Übrigen können Sie diese Pendlerpauschale auch als Werbungskosten absetzen, wenn Sie eine Fahrgemeinschaft haben und nicht mit dem eigenen Pkw fahren. Dann allerdings werden diese Kosten auf 4.500 Euro pro Jahr begrenzt.

 

Dienstreisen bei der Steuererklärung geltend machen

  • Kilometergeld für Dienstreisen können Sie im gleichen Formular eintragen. In diesem Fall verlangt das Finanzamt aber eine separate Aufstellung. Setzen Sie pro Kilometer 30 Cent an. Tragen Sie jede einzelne Fahrt ein und multiplizieren Sie die gefahrenen Kilometer mit 30 Cent. Anschließend addieren Sie alle Fahrten, so ergibt sich derGesamtbetrag.
  • In dieser Aufstellung können Sie auch weitere Kosten aufführen, die im Rahmen der Dienstreise entstanden sind: Übernachtungskosten, Verpflegungsmehraufwand und so weiter.
  • Tragen Sie dann die Endsumme der Aufstellung in die entsprechende Zeile ein. Sollte der Arbeitgeber einen Teil dazu gezahlt haben, ist dieser Betrag in der nächsten Zeile einzutragen.