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KFZ-Steuer

Eine kurze Geschichte der Kfz-Steuer

Die Kfz-Steuer findet ihre Wurzeln im Jahr 1899, als in Hessen-Darmstadt zum ersten Mal eine Luxussteuer für Kraftfahrzeuge erhoben wurde. Diese hatte rund 34 Jahre Bestand, entfiel ab 1933 kurzfristig für zwei Jahre, bis sie im März 1935 im Zuge der zunehmenden Fahrzeuge auf öffentlichen Wegen erneut eingeführt wurde. Natürlich stand die Zahl der Fahrzeuge damals noch in keinem Verhältnis zu den überfüllten und gestauten Straßen von heute. Im Jahr 1949 wurde der Zufluss der Steuereinnahmen in die Haushalte der Bundesländer schließlich im Grundgesetz verankert. Nun war lange Zeit Ruhe um die Kfz-Steuer, bis die Erträge neben weiteren Änderungen durch die Kfz-Steuerreform im Juni 2009 dem Bund zugesprochen wurden. Im Folgenden erfahren Sie alles über das aktuelle Modell der Kfz-Steuer und was sich vor kurzem geändert hat:

ÜBERBLICK

Wer muss Kfz-Steuer zahlen?
Wann und wie ist Kfz-Steuer zu zahlen?
Wie lange ist Kfz-Steuer zu zahlen?
Wonach richtet sich die Kfz-Steuer?
Motorart
Schadstoffausstoß
Kfz-Steuer für Pkw
Faktor 1: Hubraum und Motorart
Faktor 2: CO2-Ausstoß
Fallbeispiele
Diese Daten brauchen Sie für den
Kfz-Steuer-Rechner
Kfz-Steuer für Motorräder und Oldtimer
Motorräder
Fahrzeuge mit Oldtimer-Kennzeichen
Kfz-Steuer nach zulässigem Gesamtgewicht
Kfz-Steuer für LKW
Kfz-Steuer für Wohnmobile
Anhängerbesteuerung
Möglichkeiten, die Kfz-Steuer zu senken

Wer muss Kfz-Steuer zahlen?

Kfz-Steuer muss jeder zahlen, der mit einem Kraftfahrzeug am Straßenverkehr teilnimmt und selbiges dafür zulässt – oder mit anderen Worten jeder, der eine gültige Zulassungsbescheinigung sowie ein Kennzeichen mit amtlichen Siegel besitzt. Davon ausgenommen sind die roten Kennzeichen für Prüfungs- oder Probefahrten.

Wann und wie ist Kfz-Steuer zu zahlen?

Wie die Einkommenssteuer wird auch die Kfz-Steuer von den Finanzbehörden erhoben. Da diese jedoch einen verhältnismäßig höheren Verwaltungsaufwand bedeutet, ist sie nur einmal jährlich im Voraus zu entrichten. Eine Ausnahme bilden besonders hohe Steuersätze: Übersteigt die Kfz-Steuer einen Betrag von 500 Euro, darf sie mit einem Aufgeld von drei Prozent halbjährlich und bei mehr als 1.000 Euro mit einem Aufgeld von sechs Prozent auch vierteljährlich bezahlt werden.

Wie lange ist Kfz-Steuer zu zahlen?

Damit der Verwaltungsaufwand im Zuge nur kurzer Zulassungszeiten nicht überhandnimmt, ist die Kfz-Steuer mindestens einen Monat lang zu zahlen, selbst wenn das Fahrzeug schon nach wenigen Tagen wieder abgemeldet wird. Eine Ausnahme stellt die Umschreibung auf einen anderen Fahrzeughalter dar: In diesem Fall wird auf den Tag genau abgerechnet, um eine doppelte Besteuerung zu vermeiden.

Wonach richtet sich die Kfz-Steuer?

Im Januar 2009 beschloss die Bundesregierung, eine Reform der seit 60 Jahren unveränderten Kfz-Steuer vorzunehmen. Am 1. Juli 2009 erhielten die Änderungen schließlich Gültigkeit – die Höhe der Kfz-Steuer wird seitdem nicht mehr nur nach einem, sondern anhand von zwei Kriterien bemessen:

Motorart

Ursprünglich sollte die PS-Höchstleistung in die Berechnung eingehen, jedoch ließ sich diese damals noch nicht verlässlich messen, daher wurde die Hubraumgröße zu Rate gezogen. Der Trend zu immer höheren Leistungen bei gleichbleibendem Hubraum zahlt sich somit durchaus auch steuerlich aus. Altbekannt ist außerdem die Unterscheidung von Ottomotoren und Dieselmotoren.

Schadstoffausstoß

Seit Juli 2009 ist für die Kfz-Steuer zudem der CO2-Ausstoß pro Kilometer mit ausschlaggebend, welcher regelmäßig bei der Abgasuntersuchung kontrolliert wird. Ziel des Gesetzgebers, einen höheren Schadstoffausstoß mit einer höheren Steuer zu belegen, ist letztlich, den Anreiz zum Kauf emissionsarmer Fahrzeuge zu erhöhen. Vice Versa steigt damit auch der Druck auf die Automobilhersteller, ihre Fahrzeuge immer umweltfreundlicher zu konzipieren, um den Anschluss und damit ihre Kaufkraft nicht zu verlieren.

Kfz-Steuer für Pkw

Bei der Kfz-Steuer wird zunächst einmal nach der Erstzulassung des Pkw unterschieden: Bei Fahrzeugen, die bis zum 30. Juni 2009 erstmalig angemeldet wurden, ist ausschließlich die Hubraumgröße sowie die Motorart für die Bemessung der Steuer ausschlaggebend. Bei Fahrzeugen nach diesem Datum berechnet sich selbige anhand zweier Faktoren, die am Ende addiert werden: Neben der Hubraumsteuer (Faktor 1), die bei neueren Fahrzeugen geringer ausfällt, kommt zudem eine Steuer für die CO2-Emissionen (Faktor 2) hinzu:

Faktor 1: Hubraum und Motorart

Für jede „angefangenen“ 100 Kubikzentimeter wird eine Gebühr veranschlagt. Unter anderem deshalb liegen die Werte für den „echten Hubraum“ immer etwas unterhalb der gerundeten Angabe des Fahrzeugs: Bei 1,7 Litern Hubraum findet man also unter Ziffer P.1 im Fahrzeugschein beispielsweise 1.689 ccm und niemals etwa 1.711 ccm, da die Steuer sonst so ausgelegt würde, als hätte das Fahrzeug 1,8 Liter Hubraum. Darüber hinaus sind Dieselmotoren steuerlich nachwievor deutlich teurer als Benzinmotoren – insbesondere Fahrzeuge ohne Rußpartikelfilter der Stufe PM5 werden zusätzlich mit einer weiteren Gebühr beaufschlagt:

 

Pro angefangene 100 ccm

 

Erstzulassung bis zum 30. Juni 2009

Erstzulassung ab 1. Juli 2009

Ottomotor

6,75 Euro

2,00 Euro

Dieselmotor

15,44 Euro

9,50 Euro


Rechnungsbeispiel:

Hubraum

1689 ccm

= Faktor 17

17 x 15,44 Euro

= 262,48 Euro

Motorart

Diesel

= 15,44 Euro

Erstzulassung

14.05.2002


Faktor 2: CO2-Ausstoß

Die Steuer nach dem CO2-Ausstoß wird unabhängig von der Motorart berechnet. Für alle Fahrzeuge, die vor dem ersten Januar 2013 zum ersten Mal zugelassen wurden, gilt ein Sockelwert von 110 g/km für den CO2-Freibetrag. Das bedeutet, dass jedes Gramm Schadstoffe darunter steuerfrei ist, während jedes Gramm darüber mit zwei Euro pro Gramm veranschlagt wird.

Für Fahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2013 erstmalig zugelassen werden, gilt hingegen ein strengerer Sockelwert als für ältere Fahrzeuge (siehe nachfolgende Tabelle). Wer sich also jetzt oder in den nächsten Jahren eine Spritschleuder zulegt, wird unter Umständen stärker zur Kasse gebeten, als Besitzer eines älteren Fahrzeugs mit identischen Verbrauchs- und Schadstoffwerten. Erdgasfahrzeuge profitieren indessen von der Neuregelung, da diese bis zu 25 % weniger CO2 ausstoßen.

Erstzulassung

Sockelwert für CO2-Freibetrag

vor 2012

120 g/km

ab 2012

110 g/km

ab 2013

100 g/km

ab 2014

95 g/km

Rechnungsbeispiel:

Erstzulassung

01.02.2012

Sockelwert: 110 g/km

25 x 2 Euro

= 50 Euro

Emissionswert

135 g/km

= 25 g/km "zu viel"


Diese Daten brauchen Sie für den Kfz-Steuer-Rechner

Fahrzeugart

Das Datum der Erstzulassung finden Sie in Ihrem Fahrzeugschein unter B

CO2-Emissionen

Die genaue Angabe in g/km finden Sie in Ihrem Fahrzeugschein unter V.7

Motorart

Wählen Sie Benzin- oder Dieselmotor (Fahrzeugschein P.3)

Hubraum

Die genaue Angabe in ccm finden Sie in Ihrem Fahrzeugschein unter P.1

Anmeldezeitraum

Diese Angabe ist nur dann wichtig, wenn Sie Ihr Fahrzeug mit einem Saison-kennzeichen angemeldet haben. Andernfalls wählen Sie Januar bis Dezember


Einige Fallbeispiele, die dank Steuerreform günstiger oder teurer werden

Golf 1.4 TSI - 18 Euro günstiger

Ein Golf 1.4 TSI mit 1.390 Kubikzentimeter Hubraum, 122 PS und einem Emissionswert von 144 Gramm CO2 pro Kilometer wurde vor dem 1. Juli 2009 mit 94 Euro besteuert. Seitdem kostet er nur noch 76 Euro: 28 Euro für den Hubraum (14 x 2 Euro) plus 48 Euro für 24 Gramm "zu viel" CO2-Emissionen.

Honda Insight - günstiger geht es kaum

Richtig günstig wird es für Käufer des Honda Insight mit 1,3-Liter-Ottomotor. Mit einem Emissionswert von 101 Gramm CO2 pro Kilometer werden nur 26 Euro (13 x 2 Euro) Steuer fällig.

Porsche Cayenne - 240 Euro teurer

Teurer wird es dagegen für Porsche Cayenne-Fahrer des S-Modells mit gut 4,8 Liter Hubraum und einem CO2-Ausstoß von 358 Gramm. Bislang mussten sie 330 Euro im Jahr aufbringen. Seit Juli 2009 kostet das SUV 98 Euro (49 x 2 Euro) Hubraumsteuer plus 476 Euro für den CO2-Ausstoß (238 Gramm über der 120er-Grenze) – also rund 240 Euro mehr.

Smart CDI und Opel Insignia - 50 Euro günstiger

Anders der Hubraumzwerg Smart CDI. Sein 0,8-Liter-Dieselmotor belastet die Privatkasse dank der Kfz-Steuer-Reform nur noch mit 76 Euro (8 x 9,50 Euro). Die CO2-Steuer entfällt ganz, da er nur 88 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt. Früher kostete er 126 Euro. Auch der Opel Insignia kommt als 2.0 CDTI mit 130 Diesel-PS besser weg. Bislang kostete der Euro-5-saubere Diesel 308 Euro im Jahr. Seit Juli 2009 sind es nur noch 258 Euro. 154 Gramm CO2 sei Dank.

Kfz-Steuer für Motorräder und Oldtimer

Motorräder

Für Motorräder gilt nachwievor das seit 1955 unveränderte Steuermodell – es geht also ausschließlich der Hubraum in die Bemessung mit ein: Für jede „angefangenen“ 25 Kubikzentimeter sind 1,84 Euro zu zahlen. Anders verhält es sich bei Leichtkrafträdern. Sofern deren Hubraum maximal 125 Kubikzentimeter und die Leistung nicht mehr als 11 kW beträgt, sind diese von der Kfz-Steuer für Motorräder befreit. Zwar ist bei neuzugelassenen Motorrädern mittlerweile auch der Emissionswert in der Zulassungsbescheinigung enthalten – eine gestaffelte Steuerbemessung nach dem CO2-Ausstoß wie bei Pkw ist aktuell jedoch noch nicht vorgesehen. Ob sich das in Zukunft ändern wird, ist bis dato noch unklar.

Oldtimer

Im Gebrauchtwagenverkauf machen Fahrzeuge mit einem Oldtimer-Kennzeichen rund 0,2 Prozent aus. Voraussetzung für die Erteilung des historischen Kennzeichens mit dem H am Ende ist das nachweisliche Mindestalter von 30 Jahren sowie eine Prüfung auf den ausschließlichen Verbau von Originalteilen. Sind die Voraussetzungen erfüllt, wird die Kfz-Steuer pauschal festgelegt: Bei historischen Pkw und anderen Fahrzeugen beträgt sie jährlich 191,73 Euro, bei Motorrädern 46,02 Euro.

Kfz-Steuer nach zulässigem Gesamtgewicht

Kfz-Steuer für LKW

Bei LKW bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht erfolgt die Besteuerung ausschließlich nach zulässigem Gesamtgewicht, bei mehr als 3,5 Tonnen kommen weitere Aufschläge nach Emissions- und Fahrgeräuschklasse hinzu. Für die Bemessung nach Gesamtgewicht wird ähnlich wie bei der Besteuerung nach Hubraum pro „angefangene“ 200 kg Gesamtgewicht eine Gebühr veranschlagt. Unter 3,5 Tonnen existiert zudem eine Staffelung der Kfz-Steuer in drei Stufen, die sich wie folgt zusammensetzt:

Anteil der Gesamtmasse

Steuer pro 200 kg Gesamtgewicht

bis 2.000 kg

11,25 Euro

2.000 bis 3.000 kg

12,02 Euro

3.000 bis 3.500 kg

12,78 Euro

Rechnungsbeispiel:

Gesamtmasse

2.400 kg

10 x 11,25 Euro (= 2.000 kg)

= 112,50 Euro

  + 24,04 Euro

= 136,54 Euro

2 x 12,02 Euro (= 400 kg)


Kfz-Steuer für Wohnmobile

Für Wohnmobile gilt seit Ende 2006 ein Mischprinzip der LKW- und PKW-Besteuerung: Der Löwenanteil der Steuer wird wie bei LKW nach zulässiger Gesamtmasse berechnet, jedoch werden wie bei Pkw auch die Schadstoffemissionen berücksichtigt. Die Gesetzesänderung erfolgte im Zuge der Neudefinition des Begriffs Wohnmobil. Voraussetzung ist die eindeutige Verwendbarkeit des Fahrzeugs als Wohnraum, wozu also eine gewisse Mindestausstattung wie etwa Schlafplätze, eine Kücheneinrichtung, ein Tisch mit Tisch mit Sitzplätzen oder eine Mindeststehhöhe gegeben sein müssen.

Anhängerbesteuerung

Anhänger werden ebenso nach zulässiger Gesamtmasse besteuert, jedoch werden hier nur 7,46 Euro pro 200 kg veranschlagt, außerdem liegt der Maximalbetrag für die Steuer bei jährlich 373 Euro. Generell werden Anhänger natürlich nur dann besteuert, sofern diese zulassungspflichtig sind.

Möglichkeiten, die Kfz-Steuer zu senken

Die Nach- oder Umrüstung eines Katalysators ist zwar meist mit relativ hohen Kosten verbunden, jedoch können vor allem ältere Fahrzeuge nicht nur steuerlich, sondern auch im Hinblick auf ihren Wiederkaufswert deutlich davon profitieren. Bei Ottomotoren haben sich Kaltlaufregler im Verhältnis Preis/Steuereffekt sehr bewährt, bei Dieselmotoren wird meist ein Komplettaustausch eines geregelten Katalysators oder die Nachrüstung eines Rußpartikelfilters vorgenommen. Nach erfolgter Umrüstung muss selbige im Fahrzeugschein bei der jeweiligen Zulassungsbehörde nachgetragen und die Schadstoffschlüsselnummer korrigiert werden. In vielen Fällen werden die Fahrzeugbesitzer neben der langfristigen Steuerersparnis zudem mit einer befristeten Steuerbefreiung belohnt.